Die Pille

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Die Pille enthält Hormone, die den weiblichen Geschlechtshormonen sehr ähnlich sind. Ihre Wirkungsweise besteht darin, dass die Reifung der Eizelle und damit der monatliche Eisprung verhindert wird. Zusätzlich wird der Schleim im Gebärmutterhalskanal verdickt, wodurch die Samen nicht in die Gebärmutter eindringen können und auch der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut wird vermindert. Alle handelsüblichen Pillenpräparate ( es sind mehr als 30 verschiedene Präparate am Markt) enthalten ähnliche Hormone, allerdings in unterschiedlich hohen Dosierungen. Frauen können unterschiedlich auf die verschiedenen Präparate reagieren.

Bei den meisten Präparaten nimmt die Frau an 21 Tagen jeweils eine Pille, dann folgt eine Einnahmepause von sieben Tagen. Auch während dieser Pause ist der Schutz vor einer Schwangerschaft gewährleistet. Nach dieser Einnahmepause von sieben Tagen beginnt ein neuer Einnahmezyklus mit der ersten Pille einer neuen Packung. Der Schutz besteht so lange, wie die Pille regelmäßig eingenommen wird.

Es gibt auch Pillenpräparate mit 28 Tabletten pro Pillenpackung, davon sind 24 Tabletten wirkstoffhältig und vier Tabletten ohne Wirkstoff (Placebos). Die Frau nimmt die 28 Tabletten einer Packung ein und beginnt danach mit einer neuen Packung. Die Abbruchblutung erfolgt während der vier Placebo-Tage. Das 28-Tage-Schema unterstützt die Gewöhnung an die regelmäßige Einnahme.

Die meisten Pillen sind Kombinationspillen, die die Hormone Östrogen und Gestagen enthalten und zuverlässig den Eisprung verhindern. Falls eine Pille vergessen wurde, gibt es die Möglichkeit, diese innerhalb von zwölf Stunden nachzunehmen. Die heutigen Kombinationspillen haben eine niedrige Hormondosis und werden daher Mikropillen genannt.

Generell sollen Kombinationspillen während der Stillzeit nicht verwendet werden. Die östrogenfreie Pille enthält nur Gestagen, verhindert aber trotzdem zuverlässig den Eisprung. Es werden 28 Tage hormonhältige Pillen eingenommen. Ebenso ist dasselbe Zeitfenster für vergessene Pillen (zwölf Stunden) gegeben. Dieses Präparat ist besonders geeignet für Frauen, die auf Östrogene mit Nebenwirkungen reagieren und Wert auf eine niedrige Hormondosis legen. Es kann auch während des Stillens genommen werden.

Die Minipille enthält als Hormon nur Gestagen und kann daher auch während des Stillens genommen werden. Sie hemmt nicht den Eisprung, sondern bewirkt nur eine Verdickung des Schleims im Gebärmutterhalskanal, wodurch das Eindringen der Samen in die Gebärmutter verhindert wird. Die Ein- nahme muss besonders regelmäßig erfolgen (Zeitfenster von nur vier Stunden), da sonst der Schutz vor Schwangerschaft nicht gegeben ist.

Vorteile

Sie müssen beim Geschlechtsverkehr nicht an die Verhütung denken. Die Pille ist einfach anzuwenden. Regelschmerzen und Blutungsstärke sind bei den meisten Frauen geringer. Akne kann sich abhängig vom Präparat verbessern. Die meisten Frauen können die Pille nehmen. Eine so genannte Pillenpause sollte erst gemacht werden, wenn ein anderes
sicheres Verhütungsmittel angewendet wird oder ein Kinderwunsch besteht.

Nachteile

Die in der Pille enthaltenen Hormone können sowohl positive wie auch negative Nebenwirkungen verursachen. Negative Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Migräne, Gewichtszunahme, Zwischenblutungen, Spannungsgefühl in den Brüsten oder Verstimmung. In seltenen Fällen können auch schwere Nebenwirkungen wie Veränderungen des Fettstoffwechsels, der Leberwerte oder des Blutdrucks auftreten. Bei Pillen, die nur ein Gestagen enthalten, treten häufiger Zwischenblutungen auf. Die Pille darf nicht von Frauen mit einem erhöhten Thromboserisiko ( schon stattgefundene Thrombosen bzw. gehäuftes familiäres Auftreten; Störungen der Blutgerinnung), schweren Lebererkrankungen, Diabetes mit Gefäßveränderungen, Tumoren der Genitalorgane oder der Brust angewendet werden. Starke Raucherinnen jeden Alters und Raucherinnen über 35 Jahre sollten generell keine hormonelle Verhütung anwenden. Im Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt sollten Sie deshalb klären, ob die Pille bzw. die hormonelle Verhütung für Sie die geeignete Verhütungsmethode ist und ob etwas für oder gegen die Verordnung spricht (wie z. B. Einnahme anderer Medikamente). Sie müssen jeden Tag daran denken, die Pille einzunehmen und es kann zu Anwendungsfehlern kommen. Während der Stillzeit sollten Sie die Kombinationspille (die Östrogene und Gestagene enthält) nicht verwenden.

Notfall

Sollten Sie Erbrechen oder Durchfall innerhalb von vier Stunden nach der Einnahme haben, nehmen Sie innerhalb von sechs bis zwölf Stunden nach der normalen Einnahmezeit eine weitere Pille ein. Wenn Sie die Einnahme einmal länger als zwölf Stunden vergessen haben, besteht kein ausreichender Verhütungsschutz. Sie müssen in diesem Zyklus eine zusätzliche Methode verwenden (z. B. Kondome).

Zuverlässigkeit

Die Pille ist eine sehr sichere Verhütungsmethode, die keine negativen Auswirkungen auf die zukünftige Fruchtbarkeit hat. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie die Tablette regelmäßig einnehmen. Einige Medikamente wie z. B. Antibiotika, Schmerz-, Beruhigungs- und Kreislaufmittel sowie entzündungshemmende und fiebersenkende Medikamente setzen
die Verhütungswirkung der Pille herab. Vermindert ist die Wirksamkeit auch bei Erbrechen und bei sehr starkem und lange andauerndem Durchfall, da die Wirkstoffe vom Körper nicht ausreichend aufgenommen oder der Schutz vor Schwangerschaft nicht gegeben ist. zu schnell ausgeschieden werden. Sie können die Pille jederzeit absetzen und können grundsätzlich gleich darauf wieder schwanger werden. Auch eine langjährige Einnahme der Pille hat keine negativen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit.

Zugänglichkeit

Die Pille ist ein Medikament. Sie wird nach einer ärztlichen Untersuchung verschrieben und ist in Apotheken erhältlich. Die Kosten dafür müssen von Ihnen selbst getragen werden und werden von der Krankenkasse nicht übernommen.

Weitere Informationen finden Sie auf: www.diepille.info